Gerechter Krieg?!

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Die Vorstellung, dass Krieg unter irgendwelchen Umständen gerecht sein könnte, war mit der Erfindung der Atomwaffen - und der damit im Raum stehenden Selbstauslöschung der Menschheit - ins Hintertreffen geraten. In den letzten Monaten hat der Krieg nicht nur in unseren Alltag Einzug gefunden - in die Zeitungen, ins Fernsehen und ins Radio, auf die Öl- und Gasrechnungen und in die Züge, die voll sind mit den Menschen, denen die Flucht gelungen ist. Der Krieg hat auch wieder einen Platz in unseren Köpfen. Das "Nie wieder", mit dem besonders Mitteleuropa seine politische und gesellschaftliche Zukunft gestaltet hatte, scheint verblasst zu sein.
Radikal pazifistische Positionen haben derzeit einen ziemlich schweren Stand. Vielleicht aber war dem schon immer so - und nur das Glück von einigen Jahren fast unbeschwerten Lebens und Denkens in Europa (und die Ignoranz Westeuropas gegenüber den Kriegsverbrechen in Bosnien) haben uns davor bewahrt, darüber nachzudenken, was Pazifismus wirklich bedeutet. Tatsächlich sind pazifistische Positionen in der europäischen Geistesgeschichte nur vereinzelt zu finden; namhafte Denker vermeinten in der Kriegstreiberei gar einen Motor für die Zivilisation zu finden. Hegel vermerkte einst, der Krieg sei "eine der heilsamsten Erscheinungen zur Bildung des Menschengeschlechts" und Nietzsche war überhaupt der Ansicht, dass Krieg zur Formung und Stärkung des Charakters beitragen würde - und forderte die Menschheit auf, "gefährlich zu leben". Nun, darüber sind wir sicherlich hinaus. Doch haben wir tatsächlich genug Argumente in der Hand, um Denkern (und Christen!) wie Augustinus, Thomas von Aquin und Martin Luther beizukommen, die die Theorie des gerechten Krieges ins Leben riefen? Im Durchgang durch die verschiedenen Argumente und Positionen aus der europäischen Philosophie wollen wir versuchen, uns klarer zu werden darüber, was wir selbst denken - und darüber diskutieren.

Referentin:

Miriam Metze, Miriam Metze (M.A.) geb. 1987, hat in Wien Philosophie, Norwegisch und Hebräisch studiert. Ihre Forschungsinteressen sind die antike Philosophie, Phänomenologie, Religionsphilosophie (jüdische und christliche), sowie politische Philosophie. Oft arbeitet sie an den Schnittstellen zwischen Philosophie und Theologie.

Datum Do 16.02.2023, 19:00 - 20:30 Uhr
Ort Online-Bildungsplattform der KEB
Gebühr Kostenfrei, Spenden erwünscht. Die entsprechende Bankverbindung finden Sie auf den ersten Seiten des Programmheftes.
Veranstalter KEB

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